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chuck palahniuk
(charles michael palahniuk)


chuck palahniukgeboren am 21. februar 1962 in pasco, washington (usa) und aufgewachsen in portland, oregon, in einem wohnwagen. dort studierte er an der universität journalismus, fand jedoch keine arbeit. deshalb schloss er eine lehre als mechaniker für lastzüge an. in diesem metier arbeitet palahniuk trotz seines erfolges noch immer seit nun schon 13 jahren.
bei der übersiedlung der eltern seines vaters aus der ukraine in die usa enstand aus deren beider namen paula und nick der familienname palahniuk. sein großvater erschoss seine leibliche mutter. palahniuks vater lernt eine neue frau über eine kontaktanzeige kennen. beide werden in den bergen vom aufgebrachten ex-mann dieser frau umgebracht, der im aschließenden gerichtsverfahren aussagt, dass er jeden mann, der sich seiner ex-frau näherte, habe töten wollen.

sei es koketterie oder ausdruck seiner nihilistischen geisteshaltung: in interviews gibt er an, er sehe sich als verlierer. doch können wir dem workaholic bescheinigen, dass seine von schwarzem humor triefenden romane durchaus eine leistung darstellen, die ihn auf die seite der doch zumindest finanziell gewinnenden stellen.
ihm ist es wichtig, so sagt er, ohne rechtfertigung schreiben zu können. da 85 % aller prosa-dichtungen an frauen mittleren alters verkauft werden, hat er sich bewusst zum ziel gesetzt, für männer zu schreiben, um sie zum lesen zurück zu bringen (nicht für die, die schon lesen). ein grund warum männer nicht lesen: bücher dienen ihnen nicht. es sei an der zeit bücher zu schreiben, die männern nützten.

palahniuk schrieb bisher vier romane, von denen zwei in deutscher sprache erschienen sind. sein erstlingswerk "fight club" (usa, 1996) wurde 1999 von david fincher verfilmt. die geschichte über den namenlosen büroangestellten, der erst mit sich selbst ringt, dann boxkämpfe organisiert, um schließlich eine terrorgruppe ins leben zu rufen, lässt ein brilliantes gespür für die ängste und sehnsüchte weißkragiger söhne der vaterlosen gesellschaft erkennen.
ein zweites filmprojekt nach dem folge-roman "the survivor" fiel dem 11. september zum opfer, da es in diesem buch um den letzten überlebenden einer flugzeugentführung geht.
"invisible monsters" (usa, 2000) thematisiert neben dem schicksal eines durch ein verbrechen entstellten fotomodells erneut die familiären verhältnisse in der modernen westlichen gesellschaft. der an aids gestorbene bruder der hauptperson lässt die eltern in ihrer trauer untertauchen, sodass jene ihre tochter zu vergessen drohen.
"choke" (dt. - der simulant; usa, 2001) blickt stärker auf die konflikte zwischen alleinerziehender mutter und dem sohn. palahniuk schreibt dort: "in wahrheit sieht es doch so aus, dass der sohn einer alleinerziehenden mutter praktisch verheiratet auf die welt kommt. ich weiß auch nicht, aber bis deine mutter stirbt, sieht es doch so aus, als ob alle anderen frauen in deinem leben höchstens so etwas wie mätressen sein können."

"fight club" ist stark autobiografisch geprägt: so leidet palahniuk selbst wie die namenlose hauptperson an schlaflosigkeit. er arbeitete als freiwilliger in einem hospiz und begleitete patienten zu den selbsthilfegruppen, denen er als völlig gesunder mensch beiwohnte. er fühlte sich schuldig und wie ein "elendstourist".
die idee für den "fight club" kam palahniuk auf einem camping trip. andere leute, die in seiner nähe zelteten, wollten die ganzen nächte lang trinken und partys feiern. er versuchte, sie für eine nacht ruhig zu stellen, und sie verprügelten ihn. so zerschlagen und schlecht aussehend, kehrte er zur arbeit zurück. aber die leute übersahen das einfach. sie schauten an ihm vorbei und sagten "was hast du dieses wochenende gemacht? irgenwas lustiges?" -"ich war wie..., mann, schau mir ins gesicht. ich habe dieses wochenende nichts lustiges gemacht!" er erkannte, dass, wenn du nur schlecht genug aussiehst, die leute nicht wissen möchten, was du in deiner freizeit gemacht hast. und sie wollen nicht die schlechten dinge von dir hören.

palahniuk meint, das männliche ideal verliere seine identität. man sei nur noch darauf aus geld und macht anzuhäufen. die idee hinter fight club liefere einen zugänglichen beweisgrund für männer, um ihre eigene leistungsfähigkeit zu schätzen und zu entwickeln. nicht um schaden zuzufügen, sondern um das leid zu ertragen.
seiner meinung nach liege der grund darin, dass der moderne mensch das älterwerden, das sterben, den krieg leugne. so viele leute kauften sich dinge, um die tatsache zu verbergen, dass sie dinge kauften, die die tatsache verbergen... wir seien tiere, die essen, geschlechtsverkehr haben, unterhaltung benötigten, dampf ablassen müssten. wenn wir uns das nicht erlaubten, dann tauchte es in form von verbrechen, aggression auf der straße, schießereien in schulen auf.


fight club
usa 1999, 139 min

regie: david fincher
buch: jim uhls nach einem roman von chuck palahniuk
musik: the dust brothers
darsteller: brad pitt (als tyler durden), edward norton (als namenloser angestellter), helena bonham carter (als marla singer), meat loaf (als robert paulson)

szene aus fight club szene aus fight club
szene aus fight club szene aus fight club


david fincher

wurde 1962 in denver, colorado (usa) geboren. seit den frühen 90-er jahren zählt er zu den großen regisseuren des hollywood-kinos.

seine bekanntesten filme sind:
alien³ (1992)
seven (1995)
the game (1997)
fight club (1999)
panic room (2002)


links zu anderen seiten über fight club:
filmszene.de
foxmovies.com


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