[zurück]

karel hynek macha

die berühmteste darstellung k.h.machasam 16. november 1810 wurde der tschechische dichter karel hynek macha in prag geboren; und nur knappe 26 jahre später, am 06. november 1836, erlag er in litoměřice (deutsch: leitmeritz) der cholera.

erst am 16. september 1936 war macha nach litoměřice gezogen, um sich für ein paar jahre im hügelland mitteltschechischens niederzulassen. er wollte sich für das rigorosum der jurisprudenz in prag vorbereiten.

sein früher tod steht im zusammenhang mit einem feuer in litoměřice, in dessen verlauf sich macha entweder schwer erkältete oder durch verunreinigtes wasser mit der cholera infizierte. in einem seiner briefe vom 21. oktober 1836 an seine eltern und seine verlobte lora somkova in prag berichtet macha von diesem feuer (ein auszug aus dem brief findet sich weiter unten).

seine letzten briefe schrieb macha am 02. november - einen an seine eltern und einen zweiten wieder an lora. doch niemand ahnte auch nur, dass das ende diese jungen poeten nahe war. zwei tage später verschlimmerte sich sein zustand. karel hynek macha ging allerdings weiterhin seiner arbeit nach. da er keinen arzt aufsuchte, schritt seine krankheit schnell voran. sein todestag, der 06. november, sollte ursprünglich sein hochzeitstag werden.

so mysteriös wie die tatsächlichen umstände seines todes stellt sich uns heute sein ganzes leben dar. niemand kann mit gewissheit sagen, wie macha genau ausgesehen hat. kein portrait ist überliefert. er wird beschrieben als ein dunkler, großer, dünner mann mit einem vollbart und dunklen verzaubernden augen.

sicher ist nur, dass einer der talentiertesten dichter seiner zeit, ein pionier der tschechischen romantik viel zu früh starb. seine gedichtsammlung "mai", die macha kurz vor seinem tod auf eigene kosten edierte, wurde von zeitgenossen als unmoralisch, antinational und krank bewertet. heute ist macha ein idol und sinnbild der romantischen rebellion gegen die gesellschaft.



aus einem brief k.h.machas an seine eltern

am abend lag ich auf radobyl, eine der anhöhen um litomerice, es war schon dunkel und flammen zeigten sich in litomerice. das sah ich von der anhöhe. also ran ich schnell nach litomeroce, ich mußte eine dreiviertelstundeder schädel k.h.machas laufen doch ich war immer noch einer der ersten am feuer. elf scheunen gefüllt mit korn brannten lichterloh, denn der wind blies schrecklich. solch eine klarheit und hitze habe ich vorher in meinem leben nie gesehen. der wind trieb die flammen über die straße, sodass niemand hindurchrennen wollte. vier versuchten es dennoch. ich legte hut und mantel ab, jemand befeuchtete mein haar, damit es kein feuer fing; so rannte ich um die brennenden scheunen und die anderen drei hinter mir her. wir kamen gerade noch rechtzeitig. ich kletterte auf den dachfirst einer scheune wie auf ein pferd und die anderen reichten mir wasser, es auf das dach zu schütten, damit es kein feuer fing, obwohl ich es kaum aushielt dort oben aufgrund der hitze und des windes. bevor ich das wasser ausschüttete mußte ich immer etwas davon trinken und mein gesicht benetzen.so retteten wir die scheune und eine ganze häuserreihe dahinter. erst dann kamen die pferde mit den löschwagen.


der britische musiker david bowie singt in dem lied "wild eyed boy from freecloud" auf dem album "space oddity" (uk 1969) von einem jungen mann, der machas gedicht vom vatermörder entsprungen sein könnte:

beide sind zu beginn gefangen und erwarten die hinrichtung, beiden begegnen wir bei ihren nächtlichen gedanken, beide müssen wir in der stunde ihres todes erleben und hier wie dort trauert die natur um ihre sprösslinge.


das macha-grab in prag der einzige erhaltene besitz: eine gitarre das macha-denkmal in leitmeritz





die pdf-datei enthält das gedicht "mai" von karel hynek macha in der übertragung von alfred waldau. es ist frei verfügbar.
wer vorschläge oder korrekturen hat, maile uns bitte an info@vatermoerder.de

[zurück]